28 April 2008
Hansa gelingt glückliche Rückkehr in die Zweite Liga
Zwei der engsten Aufstiegskonkurrenten hatten überraschend verloren und gaben so den Weg in die Zweite Bundesliga frei.
Die Einzelergebnisse:
Klub Kölner SF - SC Hansa Dortmund 4:4
Michaelsen,Nils - Henrichs,Thomas ½:½
Morawietz,Dieter - Klyuner,Vyacheslav ½:½
Tugui,Adrian - Kohlweyer,Bernd 0:1
Helbig,Mark - Eismont,Oleg ½:½
Heppekausen,Jochen - Ackermann,Hans Werner 0:1
Bonnmann,Reinhard - Mainka,Gregor 1:0
Bayer,Ernst Wolfgang - Schunk,Thomas,Dr. ½:½
Wißkirchen,Andreas - Smolka,Alexander 1:0
NRW-Oberliga 9.Runde
Weitere Infos folgen in Kürze.
07 April 2008
Hoch gewonnen - und doch nicht ganz zufrieden: SC Hansa mit besten Aufstiegschancen in die zweite Schachbundesliga
(voi) Mit einem 5,5:2,5-Erfolg gegen den Tabellenzweiten SV Betzdorf-Kirchen hat der SC Hansa die Tür zum Aufstieg in die zweite Schachbundesliga am vergangenen Sonntag, 6. April, wieder weiter aufgestoßen.
Für die letzte Runde der NRW-Oberliga am 27. April kündigt sich jetzt ein Fotofinish an, wie es knapper kaum vorstellbar ist: Ganze vier Mannschaften (Mülheim-Nord 2, Hansa Dortmund, Betzdorf-Kirchen, Katernberg 2) liegen, getrennt gerade einmal durch einen einzigen Brettpunkt, gleichauf an der Tabellenspitze, und ein fünftes Team (Münster) befindet sich noch in Schlagdistanz. Zwar haben die jetzt zweitplatzierten Hanseaten aufgrund ihres guten Abschneidens im direkten Vergleich mit den Aufstiegskonkurrenten eine gute Ausgangsposition, doch am Ende könnte sich noch rächen, dass gegen Betzdorf-Kirchen mehrere Brettpunkte unnötig liegen blieben.
So geriet der Mannschaftserfolg im heimischen Westfalen-Kolleg nach dem schnellen Sieg von Thomas Schunk und einem überraschenden Konter von Vyacheslav Klyuner zwar zu keiner Zeit mehr in Gefahr, doch hier und da schien der letzte Biss zu fehlen. Jedenfalls machten Bernd Kohlweyer und später Gregor Mainka nichts aus ihrem Mehrbauern und gaben sich mit Remis zufrieden. Der für diesen entscheidenden Kampf eigens angereiste Großmeister Sergey Kasparov zeigte hingegen mit einem erneuten souveränen Schwarzsieg am Spitzenbrett seine Klasse, wonach sich der Punktestand dank Hans Werner Ackermanns solidem Arbeitssieg schon an der Grenze zur Demütigung bewegte – wäre da nicht Thomas Henrichs' Missgeschick gewesen. Der Großmeisteranwärter konnte sich zwar einen erdrückenden Vorteil erarbeiten, hatte dann aber bei der kniffligen Verwertung einen völligen Blackout und stellte die Partie in Zeitnot einzügig ein.
Unter dem Strich also ein verdienter Erfolg für den SC Hansa, der jedoch, gerade im Hinblick auf das extrem knappe Rennen um die beiden Aufstiegsplätze, durchaus noch höher hätte ausfallen dürfen.
Felix Voigt, 7. April 2008
03 März 2008
NRW-Oberliga & DSB-Pokal: Triumph und Niederlage binnen 24 Stunden
(voi) Zwischen himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt schwankte die Stimmung im Westfalen-Kolleg innerhalb von nur 24 Stunden: Am Samstag, dem 1. März, feierte der Schachclub Hansa mit dem sensationellen Einzug ins Halbfinale des DSB-Viererpokals noch einen der größten Erfolge der Vereinsgeschichte, ließ dann aber am Sonntag in Runde 7 der NRW-Oberliga die Chance ungenutzt, zur Tabellenspitze aufzuschließen.
Den entscheidenden Treffer beim Pokalsieg gegen den favorisierten Zweitligisten Lübecker SV landete Thomas Henrichs, der seine bestechende Form von der vor einer Woche zu Ende gegangenen Deutschen Einzelmeisterschaft konservieren und an Brett 1 den starken Großmeister Lars-Bo Hansen ausschalten konnte. Lange Zeit hatten sich die Kontrahenten nicht aus der Deckung gewagt, doch in beiderseitiger Zeitnot stürmte Henrichs mit seinen Schwerfiguren die gegnerische Königsstellung und brachte den schwarzen Monarchen zur Strecke. Zwei Remis von Bernd Kohlweyer und Wolfgang Burchert reichten dann für ein 2:2 und den Sieg nach Feinwertung. In der Runde der letzten Vier am 23.-24. Mai in Magdeburg warten der Deutsche Meister OSC Baden Baden und die Bundesliga-Mannschaft der SG Aljechin Solingen sowie der ESV Nickelhütte Aue.
Allerdings gelang es der Hansa-Truppe nicht, den Schwung bis zum regulären NRW-Oberliga-Einsatz gegen den Tabellenletzten Düsseldorfer SK am nächsten Morgen mitzunehmen. Zwar rauschte der Henrichs-Express auch diesmal unaufhaltsam zum Sieg, doch einige der angekoppelten Waggons entgleisten: Während Thomas Schunk sein Endspiel böse misshandelte, lud Bernd Kohlweyers passives Spiel seinen Gegner zum erfolgreichen Königsangriff ein. Zur tragischen Figur des Kampfes wurde jedoch Volker Remmler. Der hatte seinen Gegner völlig überspielt, patzte aber buchstäblich in letzter Sekunde, als er beim Ausführen seines 40. Zuges die Zeit überschritt. Diese unglückliche Niederlage sollte sich als entscheidend erweisen, denn am Ende reichten die halben Punkte von Klyuner, Eismont und Mainka sowie der Sieg von Hans Werner Ackermann nur zu einem enttäuschenden 3,5:4,5.
Ärgerlich und erfreulich zugleich waren die Nachrichten von den beiden Spitzenreitern der Oberliga: Die patzten ebenfalls, so dass der Aufstieg trotz der Niederlage theoretisch immer noch möglich bleibt – vorausgesetzt, die weiterhin drittplatzierten Hanseaten rappeln sich bis zum entscheidenden Duell gegen den Tabellenzweiten SV Betzdorf-Kirchen am 6. April wieder auf und landen dort einen deutlichen Sieg.
Felix Voigt, 3. März 2008
11 Februar 2008
NRW-Oberliga: SC Hansa auf Tuchfühlung zur Spitze
(voi) Wenn es in dieser Saison immer so rund gelaufen wäre wie in dieser 6. Runde am vergangenen Sonntag, dem 10. Februar, stünde der SC Hansa ganz oben in der Tabelle der NRW-Oberliga: Nahezu mühelos schlugen die Dortmunder den SK 81 Gescher mit 6:2.
Nach einem verhaltenen Start mit zwei frühen Punkteteilungen an den Brettern von Bernd Kohlweyer und Wolfgang Burchert sowie der sich schon recht bald abzeichnenden Niederlage von Thomas Schunk fielen die Punkte bei der ersten Zeitkontrolle wie reife Früchte in Hansas Schoß. Oleg Eismonts Gegner investierte recht blauäugig eine Figur, doch der folgende harmlose Angriff am Königsflügel war alles andere als renditeträchtig. Derweil bekam Thomas Henrichs am Spitzenbrett eine echte Eröffnungs-Antiquität präsentiert: Sein Gegner wählte eine über 150 Jahre alte Verteidigung, doch der stets gut präparierte Henrichs ließ sich nicht verunsichern und bewies mit einem sehenswerten Sieg wenige Tage vor seinem Start bei der Deutschen Meisterschaft in Bad Wörishofen eine vielversprechende Form. Den nächsten vollen Punkt steuerte Thomas Rumpf bei, der in einem Damenendspiel mit Mehrbauern nur einmal tief rechnen musste, ob der mögliche Übergang in ein kompliziertes Bauernendspiel auch tatsächlich zum Gewinn ausreichen würde. Die schönste Partie gelang einmal mehr Deto Bischof, der mit einem souverän herausgespielten Sieg seine Position als zweitfleißigster Punktesammler nach Bernd Kohlweyer festigte. Für den Ausgang des ungleichen Kampfes schon unerheblich war dann der späte Sieg von Vyacheslav Klyuner, der in einem seiner berüchtigten Endspiele erneut aus Stroh Gold spann.
Mit dem Sieg in Gescher rücken die Hanseaten auf den dritten Tabellenplatz vor und halten somit weiter Anschluss an die Spitze. Ob sie auf der Zielgeraden noch aus dem Windschatten herausziehen und einen der beiden Aufstiegsplätze ergattern können, hängt nicht nur vom direkten Vergleich mit Tabellenführer SV Betzdorf-Kirchen in Runde 8, sondern ganz entscheidend auch davon ab, ob die beiden vor ihnen liegenden Teams in den verbleibenden drei Runden vielleicht doch noch ein paar Federn lassen.
Felix Voigt, 11. Februar 2008
24 Januar 2008
Spitzenschach im Westfalen-Kolleg
14 Januar 2008
NRW-Oberliga: Hansas Flaggschiff gewinnt an Fahrt
sein Gegner die Gewinnversuche dann doch einstellte, war endlich auch in Kohlweyers Partie Bewegung gekommen: Zwar machte dessen Stellung nach frühem Damentausch und einigen positionell fragwürdigen Entscheidungen seines Gegners den optisch etwas besseren Eindruck, doch dann passierte lange Zeit wenig und es sah so aus, als ob er keine Fortschritte mehr erzielen könnte. Nach schier endlosen Manövern standen aber schließlich doch alle Figuren perfekt für den entscheidenden Durchbruch: Unter zeitweiligem Bauernopfer drang er in das gegnerische Lager ein und nutzte seine aktive Stellung um dank feiner Endspieltechnik den Sieg und somit auch den Mannschaftserfolg zu sicherzustellen. Mit 6:4 Punkten hat der SC Hansa nun wieder Anschluss an die Spitzengruppe der NRW-Oberliga gefunden, und so gab der Vorsitzende Andreas Warsitz das Ziel aus, alle noch verbleibenden Begegnungen zu gewinnen, um vielleicht doch noch den Traum vom sofortigen Wiederaufstieg im Jubiläumsjahr zu verwirklichen.
12 Dezember 2007
NRW-Oberliga: Hansas Erste siegreich in Aachen
[voi] Einen richtungsweisenden Kampf hatte die erste Mannschaft des SC Hansa am vergangenen Sonntag, dem 9. Dezember, in der vierten Runde der NRW-Oberliga zu bestreiten – und die Richtung stimmte: Mit 4.5:3.5 gewann Dortmunds Spitzenachter knapp, aber verdient beim Aachener SV. Dabei waren die Voraussetzungen nicht die allerbesten: Das nach dem verpatzten Saisonstart ohnehin schon leicht angeschlagene hanseatische Selbstbewusstsein musste den Ausfall zweier Stammspieler kompensieren, und nach einer Niederlage hätte man schon mitten im Abstiegskampf gesteckt.
Zum Glück zeigten sich die Aachener kooperativ und gaben Brett 8 kampflos ab, was Ersatzmann Markus Watzlawek um seinen ersten Oberliga-Einsatz brachte. Doch dann musste Hansa erst einmal zwei Rückschläge hinnehmen, denn Hans Werner Ackermanns Partie an Brett 4 ging schon in der Eröffnung den Bach hinunter und Gregor Mainka ein Brett tiefer ließ sich einen Springer am Brettrand abklemmen, was ebenfalls zu einer frühen Niederlage führte.
Deto Bischof hatte nämlich an Brett 6 seit geraumer Zeit eine nahezu beliebig gewonnene Stellung, und so wartete Mannschaftsführer Werner Wilfried Jentzsch nur noch darauf, endlich das 5:3 auf dem Spielberichtsbogen einzutragen. Doch Bischof ließ sich wie üblich sehr viel Zeit – zuviel, wie sich herausstellte: Bei minimaler Restbedenkzeit unterlief ihm in einem immer noch klar gewonnenen Leichtfigurenendspiel mit 2 verbundenen Mehrbauern der entscheidende Fingerfehler, der den Sieg verdarb. So fiel das Ergebnis letztlich sogar ein wenig schmeichelhaft für die Aachener aus, und Hansa steht nun mit 4:4 Mannschaftspunkten auf einem soliden Platz im Mittelfeld. Ob bis zum Saisonende noch ein bisschen mehr drin ist, wird ganz entscheidend von der nächsten Runde am 13. Januar abhängen: Dann ist mit SV Mülheim-Nord 2 die eine Hälfte des Oberliga-Führungsdous im Westfalenkolleg zu Gast.
05 November 2007
NRW-Oberliga: Hansas Aufstiegsträume bereits ausgeträumt?
Der Heimkampf im Westfalen-Kolleg begann gleich mit einem Tiefschlag: Nach nur 20 Zügen geriet Dr. Thomas Schunk an Brett 8 aufgrund eines unzureichenden Verteidigungsmanövers in einen bestechenden Opferangriff, gegen den es keine Verteidigung mehr gab. Bald danach willigte Oleg Eismont, der gesundheitlich stark angeschlagen in den Kampf gegangen war, an Brett 4 ins Remis ein, und auch IM Bernd Kohlweyer sah sich in leicht schlechterer, vor allem aber recht perspektivloser Stellung nicht in der Position, ein Angebot zur Punkteteilung abzulehnen. Fast schon vorentscheidend war dann die Niederlage von Vyacheslav Klyuner an Brett 2, der sich den Magen an einem vergifteten Bauern verdarb, was ihn die Dame und die Partie kostete. Nachdem dann auch noch die Stellung von FM Hans Werner Ackermann an Brett 4 nach einem frühen Damentausch ins Remis ausplätscherte, stand es bereits 3,5:1,5 für die Gäste.
Doch dann kam bei der Mannschaft und den Zuschauern im Westfalen-Kolleg doch noch einmal Hoffnung auf: IM Thomas Henrichs stand am Spitzenbrett etwas besser, Deto Bischof hatte einen brandgefährlichen Königsangriff, und Gregor Mainka gewann an Brett 6 die Qualität gegen einen Bauern – zumindest ein 4:4 schien auf einmal wieder im Bereich des Machbaren.
Allerdings nicht all zu lange: Henrichs' Gegner tauschte so viele Figuren wie möglich, bis die Stellung zum Remis verflachte, Gregor Mainka sah sich außerstande, die Mehrqualität zu verwerten und an Brett 7, wo alle Kiebitze ein baldiges Matt erwarteten, gelang es Bischofs Gegner die Damen zu tauschen und eine Stellung mit Minusbauern zu verteidigen.
Die Niederlage gegen die bislang punktlosen Lippstädter bedeutet erneut einen herben Rückschlag für Hansas so ambitioniert in die Oberliga-Saison gestarteten „Premium-Achter“, der jetzt erst einmal kleinere Brötchen backen muss.
16 Oktober 2007
Bericht SK Münster 32 – SC Hansa
Treffpunkt und vorgesehene Abfahrt am Sonntag war 09:30 Uhr am WK. Mit etwas Verspätung starteten wir bei schönstem Oktoberwetter, welches eigentlich mehr zum Spazierengehen eingeladen haben dürfte als zum Schach Spielen. Die Anfahrt gestaltete sich ohne Probleme und die Mannschaftsaufstellung konnte noch pünktlich abgegeben werden.
Die Spielbedingungen im Westf. Studieninstitut waren, dieses möchte ich hervorheben, sehr gut. Die Aufstellung unseres Gegners zeigte uns gleich zu Beginn, daß wir durchweg an fast allen Brettern DWZ-mäßig stärker waren, was natürlich nichts heißt.
Wir, nein, ich mußte sehr lange warten, bis das erste Resultat feststand. Um 14:33 Uhr trennten sich an Brett 1 Thomas Henrichs und Frans Cuijpers unentschieden. Der Gegner von Thomas spielte in der Eröffnung sehr gut und Thomas mußte ganz schön aufpassen. Die Partie ist wegen ihrer Verwicklungen sicherlich sehr interessant und es lohnt sich, sie nachzuspielen. Irgendwann kam es zum Damenabtausch und kurz darauf war das Remis perfekt. Für beide Seiten das gerechte Ergebnis!
14:52 Uhr hatte Gregor Mainka seinen Sieg unter Dach und Fach. Gregor hatte von Anfang an sein Gegenüber, Helmut Stöckmann, der auch die niedrigste DWZ im Münster-Team hatte, voll in Griff. Zwar kam er in gewisser Weise in Zeitnot, aber seine Stellung erlaubte ihm einfach, länger nachzudenken, um den besten Zug zu finden und auch auszuführen. Brett 6 war eine klare Angelegenheit für Hansa!
Vier Minuten später kam der nächste Siegpunkt durch Bernd Kohlweyer an Brett 4, der gegen Kai Wolter spielen mußte. Seine Partie war lange Zeit völlig unklar, Figuren wurden kaum getauscht und Kai versuchte, durchaus gefährliche Ideen umzusetzen. Bernd ließ sie aber nicht zum Tragen kommen. Letztendlich dürften seine Bauern auf der d- und e-Linie im Zusammenspiel mit seinen zwei starken Springern die Entscheidung gebracht haben.
Und noch vor Ende der Zeitnotphase, um 14:59 Uhr, holte an Brett 7 Deto seinen Punkt gegen Martin Molinaroli. Bei Deto drohte wieder einmal eine Zeitnotschlacht. Für 12 Züge hatte er nur noch 2:26 Minuten gehabt. Aber er stand so überlegen, daß sein Gegner wohl einfach nicht mehr wußte, was er noch hätte ziehen können, außerdem hatte Deto noch eine kleine Schlußkombination eingebaut. Spannung pur und sehenswert!
Hansa führte somit mit 3½ zu ½ Punkten. Eigentlich glaubt man bei solch einem Vorsprung, daß alles klar gehen würde. Es ist auch gut gegangen, aber der Sieg fiel doch nicht so hoch aus, wie er eigentlich hätte ausfallen müssen. Münster gab sich nicht geschlagen und die vier Partien, die noch liefen, gingen in die volle Verlängerung.
Erst um 16:39 Uhr(!) folgte das nächste Resultat – die unnötige Niederlage von Hans Werner Ackermann. Hans Werner spielte eine äußerst vielversprechende Eröffnung, irgendwie hat er sie nicht energisch genug weitergespielt, die Partie verflüchtete sich in eine ausgeglichene Stellung. Warum er letztendlich verlor, das mögen die anderen selber ermitteln durch einfaches Nachspielen seiner Partie. Vielleicht hat er sich zu sicher gefühlt. Ein unnötiger Punktverlust gegen Georg Rott!
Um 16:46 Uhr stand das Resultat an Brett 4 fest – Remis zwischen Oleg Eismont und Christoph Kamp. Oleg hatte so recht keinen Plan und im Endspiel hatte er etwas übersehen, mit der Folge, daß er höllisch aufpassen mußte. Es reichte aber zum Unentschieden!
Zwei Minuten später holte Vyacheslav Klyuner den wichtigen halben Punkt zum Mannschaftssieg. Er stand gegen Stefan Bückers nie schlechter, aber wer diese Partie aufmerksam verfolgte, konnte sich des Eindruckes nicht erwehren, als ob unser Mann ständig mit der Zeit zu kämpfen hatte. In der ersten Zeitnotphase und auch in der Schlußphase. Vyacheslav ließ irgendwie seine Zeit ablaufen. Aber ein wichtiges Remis in dieser Begegnung!
Es lief nur noch eine Partie an Brett 8 zwischen Thomas Schunk und Benedikt Muschik. Thomas spielte eine eigenartige Eröffnung und überhaupt, beide Seiten spielten in der Eröffnungsphase „komisch“. Thomas Schunk kam schlecht aus der Eröffnung heraus, der Damentausch war zu seinem Nachteil, sein Gegner hätte daraus viel mehr machen können, aber er spielte für unser Brett 8! Im Endspiel hatte Thomas sogar zwei Bauern mehr, die Analyse nach dem Mannschaftskampf ergab aber nicht eindeutig, daß er auch hätte gewinnen müssen. Vielleicht, vielleicht auch nicht! Wahrscheinlich hätte er gewinnen müssen! Mit diesem Unentschieden stand damit auch der Endstand fest – 3 zu 5 für Hansa.
Mit diesem Sieg haben wir uns im Mittelfeld der Tabelle erst einmal plazieren können. In gewisser Weise zeichnet sich schon nach zwei Runden ab, wer die Favoriten und wer sie eben nicht sind. Mülheim-Nord II und Betzdorf belegen Platz 1 und 2, Kölner SF und Lippstadt Platz 9 und 10. Die anderen Mannschaften nehmen den Platz gemäß ihrer erzielten Brettpunkte ein. Hansa befindet sich auf Tabellenplatz 5. In der nächsten Runde am 4. Nov. 2007 geht es gegen LSV Turm/Lippstadt. Der Kampf findet im WK ab 10:45 Uhr statt. Ich hoffe, die Kurve geht nach oben. (WWJentzsch)
15 Oktober 2007
NRW-Oberliga: Hansa meldet sich zurück
Gastgeber Münster konnte einige seiner starken niederländischen Schach-Legionäre nicht ans Brett bringen, und so war Hansa, auch ohne die verhinderten Neuzugänge Sergey Kasparov und Arkadius Kalka, zumindest nominell an fast allen Brettern leicht bis deutlich favorisiert.
Den naturgemäß dicksten Brocken erwischte IM Thomas Henrichs am Spitzenbrett. Sein Gegner IM Frans Cuijpers wählte ein messerscharfes Abspiel im Meraner Halbslawen, wonach Henrichs sehr genau spielen musste, um mittels Generalabtausch ins Remis abzuwickeln. Doch auch die ersten vollen Punkte ließen nicht lange auf sich warten: Nach einem ungefährdeten Sieg von Gregor Mainka an Brett 6 gelang IM Bernd Kohlweyer (Brett 3) in einer Benoni-artigen Struktur der Durchbruch im Zentrum, der ihm zwei Springer tief in der gegnerischen Bretthälfte und bald auch den Sieg einbrachte. Als dann auch noch Deto Bischof (Brett 7) in strategisch leicht vorteilhafter Stellung von einem unmotivierten Königsausflug seines Gegners profitierte, hatten sich bereits 3,5:0,5 Punkte auf dem Hansa-Konto angesammelt.
Doch der letzte Zähler wollte zunächst einfach nicht zustandekommen: FM Hans Werner Ackermann (Brett 5) vergab etliche hervorragende Möglichkeiten, bis ihm die Partie schließlich entglitt, und Oleg Eismont ereilte an Brett 4 um ein Haar das gleiche Schicksal, rettete sich aber in einem schwierigen Springerendspiel immerhin noch ins Remis.
Bei mittlerweile 4:2 Brettpunkten und vorteilhaften Stellungen in den beiden noch laufenden Partien ging es dann nur noch um die Höhe des Sieges: Nach holprigem Beginn erarbeitete sich Thomas Schunk an Brett 8 ein Turmendspiel mit zwei gegen null Bauern, dessen technische Verwertung sich jedoch nach einigen Ungenauigkeiten erst als schwierig und schließlich als unmöglich herausstellte. Auch Vyacheslav Klyuner an Brett 2 gelang es nicht, ein leicht besseres Endspiel gegen den international angesehenen Eröffnungstheoretiker Stefan Bücker zu gewinnen und musste sich mit Remis zufrieden geben, was, zusammen mit der unglücklichen Niederlage von Ackermann, das Endergebnis recht schmeichelhaft für die Münsteraner aussehen ließ.
In der Hoffnung, dass sich die liegengelassenen Brettpunkte am Saisonende nicht rächen, blicken die Hanseaten jetzt auf den nächsten Kampf am ersten Novemberwochenende gegen Turm Lippstadt, wo ihnen erneut die Favoritenrolle zukommen wird.
22 September 2007
Saisonauftakt bei Schach Hansa
Hansa V empfing Rochade Eving II. Mit Einverständnis des Gegners fand dieses Auswärtsspiel im WK statt. Dafür noch einmal meinen Dank an den Vorsitzenden Heinz Schulz von Rochade Eving! Der Kampf wurde klar mit 2:6 von unserer Truppe gewonnen. Die Neuzugänge in dieser Mannschaft, Oliver Demmert, Ramazan Salifoski und Georgios Milonas, alle drei spielten in der alten Saison ja noch in der 6., und Angela Giesenberg, die jetzt zu uns gewechselt ist, haben mit 3½ erzielten Punkten zu diesem hohen Sieg beigetragen. Georg Krüger gewann kampflos, Michael Schrimpl spielte unentschieden und Bahram Vojdani punktete voll. Lediglich Detlev Reinacher, der für den verhinderten Mannschaftsführer Andreas Warsitz als Ersatzmann an Brett 8 zum Einsatz kam, verlor als einziger seine Partie.
Der 2. Kampf, der ebenfalls am Sonntagmittag begann, fand zwischen Hansa III und SV Wattenscheid IV statt. Hansa III hat knapp, knapper geht es nicht, gewonnen. Das Quäntchen Glück hat dieses Mal ganz und gar auf der Seite von Hansa mitgespielt, was auch vom gegnerischen Mannschaftsführer Ulrich Wolf so gesehen worden ist. Jürgen Reschke beendete seine Partie als erster nach 14 Zügen und zwei Stunden Spielzeit mit einem Remis. Markus Watzlawek spielte klar und überzeugend, 1½ zu ½ für Hansa. Die anschließende Niederlage von Andreas Kropp bedeutete Gleichstand. Alexander Smolka, unser Neuzugang in der III.,spielte remis. Bedenkt man, daß er in der entscheidenden Phase sehr wenig Zeit hatte, dürfte das Ergebnis auch aus seiner Sicht klargehen.
Die restlichen vier Partien gingen durch die berühmt-berüchtigte erste Zeitkontrolle, in der ja so oft Ergebnisse „umgepolt“ werden. Fabian Brockmann gewann, der Ersatzspieler für Bastian Hintz, Patrick Werner, holte doch noch Remis. Stand somit war 3½ zu 2½ für Hansa III. Es liefen noch die Partien von Jörn Hackbusch und Jens Zelt.
Die Schachexperten mögen sicherlich besser beurteilen können, warum Jörn seine Partie gewann und Jens seine verlor. Wichtig allein ist, daß der fehlende Punkt zum Mannschaftssieg nach voll ausgereizten sechs Stunden Spielzeit auf unserem Konto verbucht werden konnte – und dieser vom Mannschaftsführer noch selber bei-gesteuert wurde.
Der 3. Kampf startete schon am Sonntagvormittag unter der Leitung des Schiedsrichters Werner Mrozinski. Hansa I bestritt sein Auftaktspiel in der NRW-Oberliga in Bestbesetzung, d. h. mit seinen beiden Neuzugängen Sergey Kasparov und Arkadius Kalka, gegen die zweite des Bundesligisten Katernberg. Um es gleich vorweg zu nehmen, Hansa I hat sein Auftaktspiel mit 3:5 leider, leider, und noch einmal leider verloren. Bernd Kohlweyer und Sergey Kasparov gewannen, remis spielten Thomas Henrichs und Deto Bischof. Vyacheslav Klyuner, Arkadius Kalka, Oleg Eismont und Hans Werner Ackerman verloren. Unserem Flagschiff wurde somit gleich zu Beginn der neuen Saison die ersten Grenzen aufgezeigt. Nun ist Gott Lob nach dem Spiel immer auch gleich vor dem Spiel – also auf ein Neues für unsere erste beim Auswärtsspiel gegen SK Münster 32 in der 2. Runde am 14.Okt. 2007.
In unseren Vereinsräumen fand am Freitagabend zum Saisonbeginn ein Schnellschachturnier statt, welches gleichzeitig das 1. Grand-Prix-Wertungsturnier der Saison 2007/08 ist. Insgesamt haben dreißig Spieler den Weg zu uns gefunden. Sicherlich dürfte das BVB-Heimspiel gegen Werder Bremen für einige eine zu hohe Hürde gewesen sein, sie zu überwinden, sonst hätten bestimmt, davon bin ich überzeugt, noch mehr mitgemacht. Sieger in diesem hochrangig besetzten Turnier wurde Bernd Kohlweyer, der wie Thomas Henrichs ohne Niederlage blieb, vor Vyacheslav Klyuner und eben Thomas Henrichs. GM Sergey Kasparov, unser Neuzugang, den einige vor Turnierbeginn schon als vermeintlichen Sieger sahen, belegte schlußendlich den geteilten Platz 5 zusammen mit Felix Voigt von FS 98; gleich in der 1. Runde spielte er gegen ihn unentschieden, hinzu kamen seine Niederlagen gegen Bernd Kohlweyer und Thomas Henrichs. Endstand, die 1. Rang-Wertungsliste und auch die mit Sicherheit interessante Kreuzstabelle werden am Schwarzen Brett im WK ausgehängt und soweit auch auf unserer Hansa-Heimseite veröffentlicht.
Wieder einmal ist ein Schach-Wochenende zu Ende gegangen – mit Siegern und Besiegten, mit großen und kleinen Überraschungen, mit leisen und großen Tönen, mit kleinen und großen Spannungen, mit einem geschafften, aber glücklichen WWJ, daß alles „soweit geklappt hat“. (WWJentzsch)